Welche Yoga-Stile, welche anderen Disziplinen und Einflüsse prägen deinen Unterricht?
Moderne dynamische Yoga-Stile wie Jivamukti, Anusara sowie traditionelles Ashtanga Vinyasa haben mich in meiner eigenen Praxis und im Stil zu unterrichten beeinflusst, um die wichtigsten großen Namen zu nennen. Meine Ausbildung habe ich bei Bharat Shetty in individuellem klassischen Hatha Yoga im Mysore Style (Einzelunterricht in der Gruppe) absolviert. Kriyas und Pranayama aus dem Hatha-, und Kundalini Yoga binde ich dosiert in den Unterricht ein.
Je länger ich aber den Yogaweg beschreite, desto mehr befreie ich mich wieder von Stilen, Dogmen und gebe gerne weiter, was sich in meiner eigenen Praxis auf Dauer als wirksam erwiesen hat und gut tut. Die Grundlage meiner eigenen spirituellen Praxis, über die ich schließlich auch zur Yogapraxis gekommen bin, bildet die christliche Mystik und stille Meditation. Yoga ist für mich die Bewegung in die Stille.

Warum unterrichtest du Yoga?
Yoga kann aus meiner Erfahrung auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene Grenzen öffnen. Dadurch kann Heilung, Glück (unabhängig von Umständen), innerer Frieden und vor allem Freiheit entstehen. Weil Yoga so ein großartiges „Werkzeug“ sein kann, eine mögliche Methode zur Transformation, gebe ich es gerne weiter. Es ist mein Beitrag, den ich leisten kann und der mir nebenbei viel Freude bereitet mit der Intention, unsere große Welt im kleinen zu verändern.

Beschreibe jemandem, der noch nie Yoga praktiziert hat, deine Art, Yoga zu unterrichten
Körperliche und geistige Übung, die dich herausfordert, deine Komfortzone zu verlassen und dir in den Zustand der Konzentration hilft. Dabei liebevoll, achtsam mit sich in Kontakt bleiben. Deine Alltagsgedanken und Sorgen dürfen auf diese Weise zumindest für diese Zeit unbedeutend werden. Ich möchte dich anleiten „dein eigenes Yoga“ zu finden und zu erlernen. Ich bin Wegweiser, der dich inspirieren möchte. Du darfst annehmen, was dir gut tut und dich nährt und darfst lassen, was nicht deines ist. Wir üben eher dynamisch, Atmung und Bewegung werden koordiniert, viele Sequenzen im Fluss, aber auch mal im Detail. Freude, Stille, Anspannung und Entspannung, Intuition und Fokus haben ihren Platz. Den Unterricht passe ich an die Umstände und Voraussetzungen meiner Schüler an und nicht umgekehrt; Tagesform, Energielevel, Beeinträchtigungen, Tageszeit sind relevant.

Wie hat Yoga dein Leben verändert?
Meine ursprüngliche Idee Yoga zu erlernen war, insbesonders die Körperlichkeit und den Atem in meine spirituelle Praxis zu integrieren und den Körper auf langes Sitzen in der Stille vorzubereiten. Schon in den Anfängen meiner Praxis merkte ich, wie gut Yoga mir tut, wie mein Geist schon in der Asanapraxis ruhig wird und sich die Qualität meiner Aufmerksamkeit, Wahrnehmung in der Stille positiv verändert. Yoga ist ein entscheidender Teil meines Bewusstseinsprozesses, der immer weiter geht. Die Richtung ist Liebe, Frieden und Freiheit.

Welche Rolle spielt Yoga für dich in deinem Leben?
Yoga ist in meinem Leben fest integriert; ist Alltag, Bewusstsein, Übungen auf der Matte, Sitzen und Atmen. Ich übe regelmäßig, hingebungsvoll und in der Regel für mich alleine, angepasst an die Umstände. Insbesonders im Umgang mit einer chronischen Erkrankung ist sie für mich auf allen Ebenen essentiell und wirkt heilend: körperlich, emotional, mental, spirituell.