Welche Yoga-Stile, welche anderen Disziplinen und Einflüsse prägen deinen Unterricht?
Über die Jahre habe ich einige Yoga-Stile ausprobiert. Begonnen hat alles mit Vinyassa-Yoga, was ich lange und sehr intensiv praktiziert habe. Immer mal wieder besuchte ich auch Iyengar-, Ashtanga-, und Kundalini-Stunden oder Workshops, bis ich dann 2007 für einige Jahre das Ansuara-Yoga für mich entdeckte. Seit ca. 2012 beschäftige ich mich mehr und mehr mit Yoga-Therapie und folge weniger einer bestimmten Yoga-Richtung oder einem Yoga-Stil. Aus alle den verschiedenen Stilen habe ich viel gelernt und mitgenommen, doch habe ich über die Jahre (für mich) erkannt, dass es nicht den einen wahren und einzig richtigen Yoga-Stil gibt. Yoga ist und war schon immer eine „Entdeckungsreise“ der Menschen – stetig im Wandel – um Körper und Geist zu erforschen und um besser zu verstehen, wer und was wir sind, und warum wir hier sind. Dafür gibt es kein „Patentrezept“, aber viele Inspirationen, die einen auf dieser Reise unterstützen können. Deshalb liebe ich auch die vielen „bunten“ Geschichten, die Mythen und Weisheiten, die diese uralte und facettenreiche Tradition mit sich bringt und sie so faszinierend und aktuell zugleich macht.

Warum unterrichtest du Yoga?
Als ich im Jahr 2000 mit Yoga begann, lebte ich schon seit einigen Jahre in New York. Ich liebte diese quirlige und aufregende Stadt, die aber auf Dauer auch sehr anstrengend und überwältigend war. Auf der Suche nach einem Ausgleich zu der permanenten Reizüberflutung und dem hektischen Alltag entdeckte ich schließlich Yoga. Auf der Matte fand ich meinen Ort der Ruhe und Balance, der mich seitdem jeden Tag von neuem liebevoll empfängt. Yoga ist für mich ein Weg zu mir selbst – körperlich, geistig und spirituell. Andere auf diesem Weg begleiten und unterstützen zu dürfen, ist ein wunderbares Geschenk.

Beschreibe jemandem, der noch nie Yoga praktiziert hat, deine Art, Yoga zu unterrichten
Einlassen und Spaß haben. Mein Unterricht ist sehr klar und dennoch recht frei. Manchmal dynamischer, manchmal ruhiger. Im Rahmen einer geführten Stunde erlaube ich den Schülern ihre eigene Praxis zu finden. Dabei achte ich sehr auf eine präzise und gesunde Ausrichtung, gebe aber auch immer gerne Optionen, Neues auszuprobieren. Vor allem aber möchte ich den Schülern vermitteln zu lernen, auf ihren eigenen Köper und ganz besonders ihr Herz zu hören – auf der Matte und im Leben.

Wie hat sich deine Art, Yoga zu praktizieren, im Laufe der Jahre verändert?
Auf jeden Fall. Als ich mit Yoga anfing, dachte ich, dass man nur dann eine „echter Yogi“ ist, wenn man mindestens 5 Minuten auf dem Kopf stehen und den linken Fuss ins rechte Ohr stecken kann. Heute bin ich viel sanfter mit mir geworden. Ich stelle keine Erwartungen mehr an mich, jede Stellung perfekt meistern zu müssen. Manchmal mache ich einfach 2-3 Sonnengrüsse und lege mich dann für eine Weile auf den Boden. Das ist dann das, was mein Köper an diesem Tag und in diesem Moment braucht.

Was verbindet dich mit der Erde?
Das Leben. Die Erde ist die Urmutter allen Lebens. Dieser wunderschöne, geheimnisvolle und faszinierende Planet ermöglicht es uns, als spirituelle Wesen eine körperliche Erfahrung zu machen – zu leben. Ich liebe es sehr zu reisen und möglichst viel von unserer schönen Erde zu entdecken und kennenzulernen. Es sollte unser aller oberste Priorität sein, diesen wunderbaren Planeten zu ehren und zu schützen!